Berufsorientierung junger Migranten/innen (BO-Mig 2)
Projektthema
Berufsorientierung junger Migranten und Migrantinnen – Eine Analyse sozialraumorientierter Unterstützung (BoMig 2)
Ausgangslage
Die Grundlage für die geplante empirische Analyse sozialraumorientierter Unterstützung ist die Adressatenforschung „BoMig 1“ mit jungen Migranten und Migrantinnen im Stadtteil WHO (vgl. Held, Brokop & Rigotti 2011). Dabei wurde deutlich, dass es sich bei dem Stadtteil nicht um einen segregierten sozialen Brennpunkt handelt, in dem junge Migranten/innen in großer Zahl ohne (Berufs-)Perspektive leben, sondern dass das Problem eher darin besteht, dass die Bildungs- und Berufsaspirationen im Stadtteil der Universitätsstadt sehr hoch sind und v.a. junge Migranten/innen mit den hohen eigenen und fremden Ansprüchen in Schwierigkeiten geraten können. Es gibt genügend Einrichtungen zur Unterstützung der jungen Migranten/innen, eine große Zahl von ehrenamtlichen Helfern und nicht zuletzt die Eltern der jungen Migranten/innen, die aber die Probleme kaum beheben können. Der politische Druck zur Erhöhung der Schulbildung von jungen Migranten/innen scheint zwar bei vielen erfolgreich, führt aber offenbar bei einem Teil der Betroffenen zu unerwünschten Nebenwirkungen. Daraus folgt als Konsequenz für das Projekt BoMig 2, dass nicht nur die Bildungs- und Berufsorientierung der Migranten/innen analysiert werden sollte, sondern auch die Beratung von jungen Migranten/innen durch Eltern, Institutionen und Ehrenamtliche im Stadtteil WHO.
Ziele und Zielgruppen
Die Tübinger Forschungsgruppe will im Rahmen des Projekts In3 der Neuen Arbeit eine Untersuchung zur „sozialraumorientierten Unterstützung“ durchführen. Analysiert wird dabei einerseits, welche Unterstützung junge Migranten/innen auf dem Weg in den Beruf brauchen, andererseits, welche Unterstützungsmaßnahmen mit welchen Folgen angeboten werden. Es handelt sich also im Kern um eine Evaluationsstudie. Das praktische Ziel der geplanten Studie ist es, die sozialraumbezogene Unterstützung im Interesse der jungen Migranten/innen zu verbessern.
Vorarbeiten und Forschungsstand
Geplant ist eine qualitative, subjektorientierte und formative Evaluation der Unterstützungsmaßnahmen im Stadtteil WHO.
Zusätzlich werden weiter Sozialdaten und subjektive Orientierungen junger Migranten/innen analysiert.
Diese Ergebnisse und die aus BoMig 1 werden in Beziehung gesetzt zu den Zielen und Aktivitäten der Unterstützer (Eltern, Einrichtungen, Ehrenamtliche). Mit letzteren werden Interviews begleitend durchgeführt.
Der Untersuchungszeitraum erstreckt sich bis Ende 2011.
Durchführung
Das Projekt startet im März 2011.
Held, J., Bibouche, S., Schork, C., & Dirr, F. (2007). Kommunale Integrationsprojekte mit Migranten - Eine subjektorientierte Evaluation im Auftrag der LANDESSTIFTUNG Baden-Württemberg. Stuttgart: LANDESSTIFTUNG Baden-Württemberg.
Held, J., Brokop, L., & Rigotti, C. (2011). Berufsorientierung junger Migranten und Migrantinnen. Eine sozialraumbezogene Adressatenforschung (Abschlussbericht). Tübingen: Institut für Erziehungswissenschaft.