Rechtspopulismus und Rassismus im Kontext der Fluchtbewegung. Politische Orientierungen von jungen Auszubildenden in Baden-Württemberg

Das Projekt REPO-REGIO entstand aus der Sorge um die Rechtsentwicklung in der Bundesrepublik und in bestimmten ländlichen Regionen: Seit der regionalen Untersuchung der Tübinger Forschungsgruppe zu „Rechtsextremismus und sein Umfeld“ vor neun Jahren (vgl. Held et al. 2008) scheint sich die politische Kultur verändert zu haben. Formen des Rechtspopulismus traten in den Vordergrund und haben in der Ablehnung des Zuzugs von geflüchteten Menschen in den vergangenen Jahren eine besondere Zuspitzung erhalten.

In der Studie (gefördert von der Rosa-Luxemburg-Stiftung und mit Unterstützung der regionalen IG Metall) geht es um eine differenzierte Auseinandersetzung mit rechtspopulistischen Tendenzen in einer Region im Süden Baden-Württembergs und wie Auszubildende und gewerkschaftlich organisierte Betriebsrät_innen damit umgehen.

Der vollständige Forschungsbericht ist auf der Homepage der Rosa-Luxemburg-Stiftung verfügbar (www.rosalux.de).

Pressestimmen

Rechts sind nur die anderen von Vanessa Vu. ZEIT Online, 22. Juli 2017.

Projektplan REPO-REGIO

Ausgangspunkt für die Studie ist die Beobachtung, dass rechte Bewegungen ein soziales Umfeld haben und brauchen, das sie akzeptiert und trägt. Seit der regionalen Untersuchung der Tübinger Forschungsgruppe zu „Rechtsextremismus und sein Umfeld“ vor knapp 10 Jahren (vgl. Held u.a. 2008) hat sich die politische Kultur stark verändert. Der Rechtspopulismus trat in den Vordergrund und hat durch die Flüchtlingsbewegung einen besonderen Bezugspunkt erhalten. Wie hat sich die politische Kultur verändert und welche Beziehung bestehen heute zwischen für Rechtspopulismus ‚anfälligen‘ soziokulturellen Feldern,  politischen Szenen und politischen Akteuren? (Weitere Forschungsfragen siehe Held u.a. 2008: 44f).

In dem geplanten Projekt geht es um eine differenzierte Auseinandersetzung mit Rechtspopulismus und Rassismen am Beispiel einer Region im Süden Baden-Württembergs. Untersucht wird, welche Prozesse aktuell stattfinden. Im Zentrum stehen Aspekte der politischen Kultur und ihre Bedeutung für die Ausbreitung von rechten Orientierungen.

In der geplanten regionalen Studie werden zum einen ethnographische Analysen durchgeführt, d.h. es werden Ereignisse vor Ort dokumentiert und Unterlagen, Presse und Beobachtungen bei verschiedenen soziale Gruppen ausgewertet.

Zum anderen werden Interviews und Diskussionen mit relevanten Gruppen vor Ort durchgeführt, wobei es nicht nur um Gruppen geht, die als anfällig für Rechtspopulismus gelten, sondern auch um Gegenbewegungen.

Zusätzlich werden mit einem Fragebogen zum politischen Klima Umfragen in Schulen, Vereinen und Betrieben durchgeführt.

Diese methodischen Zugänge werden nicht nur für die Datengewinnung eingesetzt, sondern sie verstehen sich auch als praktische Interventionen in die politische Kultur.

Nach einem Jahr Arbeit in der Region werden praktische Konsequenzen für die politische Arbeit und für die politische Bildung entwickelt. Außerdem wird  2017 ein Bildungsprogramm entwickelt und auf der Basis der Forschungsergebnisse praktisch erprobt.

 

- Gefördert durch die Rosa-Luxemburg-Stiftung -